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Sicher und kraftsparend – Zehn Tipps für jeden Klettersteig
- Christian Riedel
Um einen Klettersteig zu gehen, braucht man keine besonderen Fähigkeiten. Etwas Kraft, einen Klettergurt und zwei Schlingen, auch Klettersteigarme genannt, reichen aus, um fast jeden Steig gehen zu können. Man hängt sich in das Stahlseil ein, sichert sich so selber und kann mit seinem eigenen Tempo Richtung Ziel klettern. Mit den Tipps von Bergführer Andreas Schwentner kannst Du Kraft sparen und Deine Sicherheit erhöhen.
1. Aufrecht bleiben.
Versuche beim Umhängen aufrecht zu stehen und nicht zu sehr im Seil zu hängen. Das kostet ansonsten viel Armkraft.
2. Einhängen
Versuche Dich beim Umhängen nicht nur mit der Hand festzuhalten, sondern den Arm um das Stahlseil zu schlingen. Auch so kannst Du Kraft sparen.
3. Arretierung nutzen
Um Kraft in den Fingern zu sparen, kannst Du beim Klettersteigkarabiner hinten mit dem Handballen auf die Arretierung drücken und den Karabiner einfach auf das Stahlseil drücken.
4. Karabiner einhängen
Hänge den Karabiner möglichst von oben in das Stahlseil ein. Das ist sicherer und geht schneller. Zudem kannst du wie in 3. beschrieben den Karabiner einfach von oben gegen das Stahlseil drücken.
5. Klettersteigarme mitnehmen
Du kannst Dich einfacher umhängen, wenn Du die Klettersteigarme nicht hinter dir herziehst, sondern mit der hinteren Hand mitführst oder über den hinteren Arm legst.
6. Frühzeitig umhängen
Es ist immer einfacher, nach oben als nach unten zu greifen. Daher solltest Du versuchen, die Klettersteigarme möglichst frühzeitig umzuhängen.
7. Bewusst klettern
Viele Kletterer ziehen sich am Seil nach oben. Mehr Kraft hat man allerdings in den Beinen. Daher tut man sich leichter, wenn man sich vor dem Klettern die möglichen Tritte anschaut, auf denen man nach oben steigen kann.
8. Raststellen nutzen
Klettern ist anstrengend. Daher sollte man alle Raststellen wie Bändern oder größere Stellen, an denen man sich aufrecht hinstellen kann, benutzen und die Arme ausruhen und ausschütteln. Empfehlenswert ist hier eine feste Rastschlinge. Mit der kann man sich ins Stahlseil einhängen und so die Arme und Beine besser ausruhen. Im Gegensatz zu den Klettersteigarmen ist die Rastschlinge fest, dehnt sich nicht aus und hat auch keinen Stoßdämpfer, sodass man sicher im Seil hängt.
9. Alle Hilfsmittel nutzen
Benutze jedes Hilfsmittel, um nach oben zu kommen. Viele Kletterer benutzen das Stahlseil und die Stahlkrampen, vergessen aber die Haken, mit denen das Seil in den Fels geschlagen wird. Auch diese Nägel kannst Du als Griff oder Tritt benutzen.
10. Abstand halten
Wenn man in einer Gruppe zu dicht aufeinander klettert, kann es passieren, dass man bei einem Sturz des Vordermanns mit nach unten gerissen wird. Außerdem ist so ein Zusammenprall für beide Beteiligten sehr schmerzhaft. Daher sollte man immer mindestens einen Zwischenraum zwischen zwei Haken Abstand lassen, bei senkrechten Stücken lieber zwei, da zu der Sturzdistanz auch noch die Länge der Klettersteigarme hinzu kommt.
Mehr Informationen zu Andreas gibt es unter sportundnatur.com