Ski-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen – Generalprobe für die WM netzathleten.de/N. Borgstedt, D.Hoberg

Ski-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen – Generalprobe für die WM

  • Derk Hoberg
Festspiele im Schnee sollen es werden: Die Alpine Ski-Weltmeisterschaft im nächsten Jahr in Garmisch-Partenkirchen. Die Generalprobe dafür fand am vergangenen Wochenende statt. Neben dem Comeback von Michael Schuhmacher schaute die deutsche Sportwelt gespannt auf die Pisten und konnte tolle Leistungen der deutschen Skifahrer bewundern.

Vom 7. bis 20. Februar 2011 wird Garmisch-Partenkirchen der Nabel der Skiwelt sein. Elf Wettbewerbe werden in dieser Zeit bei der Alpinen Ski-WM ausgetragen und dabei Gold, Silber und Bronze an die Besten unter den Skirennläufern vergeben. Dass deutsche Starter bei der Medaillenvergabe ein gehöriges Wörtchen mitsprechen werden, untermauerte die Generalprobe für die WM.

In der Bildergalerie seht Ihr die strahlenden Sieger des Weltcup-Finales in Garmisch-Partenkirchen.


Das Weltcupfinale in Garmisch-Partenkirchen bescherte Maria Riesch den Sieg im Abfahrtsrennen und Felix Neureuther im Slalom. Die Lokalmatadore gewannen auf der Piste, auf der sie das Skifahren überhaupt erlernten und sorgten so für emotionale Höhepunkte in den gut besuchten und stimmungsvollen Skistadien an der „Kandahar“ und am Gudiberg. Darüber hinaus gewann das DSV-Team noch zwei Kristallkugeln für den Gesamtgewinn der Disziplinwertungen. Doppelolympiasiegerin Maria Riesch gewann den Gesamtweltcup im Slalom und Kathrin Hölzl gewann nach dem WM-Titel 2009 nun den Gesamtweltcup im Riesenslalom.

Sport hat in Garmisch-Partenkirchen Tradition

Die deutschen Sportler lieferten folglich jede Menge Gründe zum Feiern in dem traditionsreichen Wintersportort. Die Olympischen Winterspiele 1936, für die die bis dato eigenständigen Märkte Garmisch und Partenkirchen zusammengefasst wurden, sowie die Alpine Ski-WM 1978 fanden hier bereits statt. Biathletin Martina Beck, Ex-Rennfahrer Hans-Joachim Stuck, Slalom-As Armin Bittner und zahlreiche weitere bekannte Leistungssportler stammen aus der 26.000 Einwohner kleinen Gemeinde.

Und scheinbar alle engagieren sich für den Sport. Allen voran die wohl bekanntesten Einwohner: Rosi Mittermayer und Christian Neureuther. Während „Gold-Rosi“ gemeinsam mit Tochter Amelie die beiden Maskottchen „Ga“ und „Pa“ entwarf, ist Christian Neureuther Mitglied im Präsidium des Organisationskomitees für die WM im nächsten Jahr. Unzählige weitere Helfer sorgen für alles, was zu einer gelungenen Großveranstaltung dazu gehört; Pisten präparieren, Gäste informieren und einen reibungslosen Ablauf garantieren.

Die Idee die hinter den Maskottchen steht, erläuterte uns Rosi Mittermayer im Gespräch:
netzathleten: Was steckt denn hinter den beiden Maskottchen Ga und Pa?
Rosi Mittermayer: Eigentlich hat die ganze Familie zu der Idee beigetragen. Zunächst sollen die beiden Schneebälle die Skiclubs Garmisch und Partenkirchen symbolisieren, die sich sehr lieb haben. Christian hatte die Idee von einem Ball, der durch Deutschland rollen und gute Stimmung verbreiten soll, so wurden es dann zwei Schneebälle. Hoffentlich bringen sie uns Glück bei der WM, dass alles unfallfrei über die Bühne geht.

netzathleten: Inwieweit seid Ihr ansonsten in die WM-Planungen involviert? Ihr seid ja doch sehr aktiv hier im Ort.
Rosi Mittermayer: Ja, wir sind immer unterwegs in Sachen Garmisch-Partenkirchen. Christian sitzt im Präsidium des Organisationskomitees, wir haben den Bau des Zielhauses hier unterstützt, es gibt also immer etwas zu tun. Und dem Felix haben wir hier auch erfolgreich die Daumen gehalten.

netzathleten: Wie fällt das Resümee zum Weltcup-Finale aus?
Rosi Mittermayer: Es war wunderschön. Die Pisten waren sensationell, das hat jeder gelobt. Das Wetter hat gehalten, der Schnee war gut. Denken wir positiv und hoffen, dass es im nächsten Jahr genauso gut wird. Natürlich gibt es noch Kleinigkeiten zu verbessern, das ist aber normal und wird sicherlich erledigt.


Die Wettkampfstätten

Die Pisten in Garmisch-Partenkirchen haben einiges zu bieten. Die legendäre Kandahar verfügt über den steilsten Streckenabschnitt im alpinen Ski Zirkus überhaupt. Ein 92-prozentiges Gefälle wartet dort auf die Fahrer. Frauen und Männer fahren hier auf zwei unterschiedlichen Pisten, die sich aber im Zielbereich treffen und somit im gleichen Skistadion ankommen. Auf der Kandahar finden die Abfahrt, der Super G und der Riesenslalom statt. Die Slalomstrecke liegt am Gudiberg. Sie mündet im Stadion der Skisprungschanze und hat ebenfalls eine Besonderheit auf Lager: Die Zuschauer können die komplette Strecke von unten aus dem Zielbereich einsehen und die Fahrer verfolgen – eine Seltenheit bei den Alpinen. Auch, wenn die Generalprobe durchaus als Erfolg betrachtet, sind doch einige Veränderungen geplant. Gerd Rubenbauer, Pressechef der WM, hat uns verraten was kommen wird.

 

 

 

 

 

 

Gerd Rubenbauer, Pressechef der WM, hat uns verraten was wir bei der WM im nächsten Jahr erwarten dürfen:

netzathleten: Herr Rubenbauer, wie fällt das Fazit der Generalprobe für die WM aus?
Gerd Rubenbauer: Was wir erreichen wollten, war in erster Linie eine lockere und familiäre Atmosphäre zu schaffen, um damit den Sympathiewert von Garmisch-Partenkirchen im Vorfeld der WM bei Athleten, Betreuern und Zuschauern zu erhöhen. Das gehört zum Weltcupfinale, das ist der familiäre Ausklang der Saison. Und das ist uns, glaube ich, gelungen. Ihr seht ja, wie locker und ungezwungen es hier zu geht. Natürlich gilt es auch noch, Dinge zu verbessern, aber das werden wir bis zum nächsten Jahr realisieren.

netzathleten: Was ist denn noch konkret an Änderungen an der Strecken oder Stadien geplant?
Gerd Rubenbauer: Auf unseren und auf den Wunsch der Läufer wird es im nächsten Jahr ein eigenes Slalomstadion geben. Dieses Jahr stehen die Tribünen noch im Auslauf der Skisprungschanze, was auch nicht schlecht ist. Allerdings soll das alles noch atmosphärischer werden. Es wird Stufen entlang der Piste nach oben geben, damit die Zuschauer direkt an der Strecke stehen können. Die Slaloms sind ja auch aus deutscher Sicht recht wichtig. Wir müssen auch noch einen anderen Platz für die Videowand und die Anzeigetafel hier an der Kandahar finden, die sind momentan noch völlig deplatziert. Aber das sind Kleinigkeiten, die wir bis nächstes Jahr in den Griff bekommen.

netzathleten: Wie sieht es mit dem Rahmenprogramm aus, wird es beispielsweise einen WM-Song geben?
Gerd Rubenbauer: Auch das ist angedacht, ja. Wir haben auch schon einige Bewerbungen dafür. Für eine Ski-WM bislang noch eher ungewöhnlich, wird die schöne Eröffnungsfeier sein, die Live in der ARD übertragen werden wird. Das wird auch die letzte Visitenkarte sein, die wir hinsichtlich der Olympiabewerbung Münchens abgeben können. Der Eintritt wird frei sein für diese Veranstaltung, die im Skisprungstadion stattfindet.

netzathleten: Steht denn die Bevölkerung hinter der WM?

Gerd Rubenbauer: Dazu folgendes: Es gibt kaum einen Ort – wir haben in den Geschichtsbüchern nachgeschaut – der so viele Starter von einem Skiclub hat. Vom Skiclub Partenkirchen. Das sind beide Riesch-Schwestern, die Fanny Chmelar, der Felix Neureuther; alle kommen von diesem Skiclub. Das sollte die Bevölkerung doch mobilisieren.

netzathleten: Vielen Dank für das Gespräch Herr Rubenbauer. Wir wünschen eine problemlose Vorbereitung auf die WM im nächsten Jahr und erfolgreiche Wettbewerbe für alle Beteiligten.

Die Gespräche führten Derk Hoberg und Nils Borgstedt

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